Freilichtspiele Illnau | Kickoff-Fest: “Zürcher Oberländer” vom 27. August 2018
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Kickoff-Fest: “Zürcher Oberländer” vom 27. August 2018

“Kiesgrube wird zu karibischem Hafen”

 

Der Teufel, ein Teenager und eine Horde Freibeuter: «Fernweh» lautet der Titel des Freilichtspiels, das Anfang August 2019 in der Kiesgrube Pünt in Illnau Premiere feiert. Am Freitag fand der Kick-off-Event für das Riesenprojekt statt.

 

Ein Mast und eine Schubkarre –noch verraten erst wenige Requisiten, dass die stillgelegte Kiesgrube in einem Jahr in einen karibischen Hafen mit Piratenschiff verwandelt wird. Lediglich einige Mitglieder des Vereins Freilichtspiele Illnau sind mit roten Piratenkopftüchern in der Kiesgrube erschienen: Der Verein hat am Freitag zur Eröffnungsfeier mit Musik und Verpflegung geladen.

Gesucht werden freiwillige Helfer, Schauspieler – und nicht zuletzt Sponsoren, wie Stefan Berger, Marketingverantwortlicher des nunmehr siebten Freilichtspiels, erklärt. Der schweizweit beachtete Event findet alle vier Jahre in der Kiesgrube am Rand von Ober-Illnau statt und lockt jeweils Tausende Theaterbegeisterte in die Zürcher Oberländer Gemeinde. Gemäss Website sind 17 Aufführungen geplant.

«Ein 18-köpfiges Organisationskomitee ist seit zwei Jahren am Arbeiten», so OK-Präsident Norbert Klossner in seiner Eröffnungsrede. Er freute sich, dass so viele Interessierte den Weg ins Festzelt gefunden hatten. «Es braucht freiwillige Helfer», warb er für den Grossanlass. Wer bei diesem einmaligen Projekt dabei sein wolle, erhalte nun die Chance, sich beim Verein zu melden. «Hier arbeiten alle ausser Autor, Regisseur, Techniker und Musiker ehrenamtlich», so Berger am Rand der Veranstaltung. Rund 200 Theaterbegeisterte stünden im Einsatz, etwa 40 bis 50 allein vorne auf der Bühne.

Wer Schauspieler werden wolle, müsse hart im Nehmen sein, sagte Regisseur Marcel Wattenhofer in seiner Rede. Die Anforderungen sind klar: «Wer nass werden kann, kann auch Schauspieler werden.» Wer Interesse an einer Rolle hat, kann sich online oder auch schriftlich beim Verein melden. «Niemand fault raus», ergänzte Wattenhofer. Nur erhalte nicht jeder seine Traumrolle,sondern eine, die am besten zu ihm passe. Das Casting wird der Regisseur gemeinsam mit Produktionsleiter Hanspi Hofstetter durchführen. «Laien sind Experten des Alltags», so Wattenhofer. Wenn man die Teilnehmer abholen könne, wo sie stünden, dann entstehe eine grosse Spielfreude. «Dann springt der Funke ins Publikum.» Die Kiesgrube verwandelt er in einen Hafen, in dem ein Piratenschiff vor Anker liegt. Für ihn sei es ein «Traumsetting», das ein Gefühl von Fernweh hervorrufen werde.

7500 Zuschauer im Jahr 2015 
Geschrieben hat die Geschichte unter dem Titel «Fernweh» (siehe Box) wie bereits 2015 Autor Heiner Gabele. Das Thema Piraten sei vom Verein vorgegeben gewesen, erklärte er. Die Herausforderung war, eine Geschichte mit Illnauer Bezug zu schreiben. «Die Piraten reden Zürichdeutsch», sagte er. Gabele hat die Vergangenheit der karibischen Piraten vor 300 Jahren mit der Gegenwart und der Geschichte einer 16-Jährigen aus Illnau verwoben. Zurzeit verpasst er den Dialogen und dem Plot den Feinschliff.

400’000 Franken kostet die Produktion. «Ein Viertel müssen wir aus Sponsorengeldern decken», so Berger. Den Rest muss der Ticketverkauf einspielen. Klossner rief denn am Anlass auch Firmen und Unternehmer dazu auf, sich finanziell oder mit Sachleistungen zu engagieren. «Für das Sponsoring müssen wir bei Firmen früh anklopfen», ergänzte Berger. Das Theater bietet 560 Zuschauern Platz, das Ticket koste um die 45 Franken. Eine Festwirtschaft in der Nähe sorge für das leibliche Wohl der Theaterbesucher. 2015 sahen sich gemäss Berger rund 7500 Menschen das Freilichtspiel «Westwärts» an, das ebenfalls aus der Feder von Autor Gabele stammte.
Christina Peege

 

DIE GESCHICHTE

Ein bisschen Faust und viel Fernweh Vor 300 Jahren schliesst ein Schiffbrüchiger einen Pakt mit dem Teufel: Die Seele seiner 16-jährigen Tochter gegen Beute, Ruhm und Ehre. Wortbrüchig geworden, muss sich der zum Kapitän eines Piratenschiffs avancierte Abenteurer dem Fluch des Teufels beugen: Sein Schiff wird von der See mit Mann und Maus verschlungen. Erst wenn der Pirat dem Teufel die geforderte Seele liefert, kann er Erlösung finden. Dafür darf der Freibeuter alle 100 Jahre für einen Tag auftauchen. Dies geschieht just dann, wenn die 16-jährige Illnauerin Ronja in der Karibik Urlaub geniesst – und ihren Geburtstag feiert. Der Kampf um die Seele des Teenagers beginnt. Interessenten melden sich unter www.freilichtspiele-illnau.ch

 

Foto: “Zürcher Oberländer”, André Gutzwiller

 

Original Artikel: 20180827_ZO_Kiesgrube wird zu karibischem Hafen